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Adler auf Rahmen über dem gemälde Washington Crossing the Delaware im Met New York

Washington Crossing the Delaware im MET New York

Unsere Museumsreihe startet is neue Jahr mit einem weiteren Must-See: Unser Museums-Checker Björn Hesse befindet sich zur Zeit auf ausgedehnter US Tour. Los geht’s im Big Apple, New York, die Stadt die niemals schläft.

Allein der Stadtteil Manhattan schäumt über vor schier grenzenloser Auswahl, was Sehenswürdigkeiten und Museen betrifft. Die großen drei Museen hat dabei sicherlich jeder NYC-Tourist auf seiner To-Do-Liste: Museum of Modern Art, Guggenheim Museum und das Metropolitan Museum of Art. Da man letztendlich bei einem Besuch im Big Apple über viel zu wenig Zeit verfügt für alle Attraktivitäten - dafür bräuchte man letztendlich vier Wochen, um die Dinge auch entspannt genießen zu können - muss man notgedrungen Abstriche machen. Bei den großen Drei hat unser Museum-Checker Björn Hesse einen ultimativen Favoriten. Hier lest ihr welchen, und warum.

Nicht entgehen lassen: Das Metropolitan Museum of Art

In der Upper East Side von Manhattan, direkt am Central Park gelegen, Höhe 82nd Street, befindet sich das drittgrößte Museum der Welt (Wer kennt die anderen beiden? Auflösung ganz am Ende des Textes). Fast 6 Millionen Besucher strömen jährlich ins Metropolitan Museum of Art, oder „The Met“ wie es umgangssprachlich genannt wird.
Es verfügt über 68.800 Quadratmeter an Ausstellungsfläche. Das entspricht circa 10 Fußballfeldern. Wie es sich für New York gehört ganz schön B-I-G.

Treppe zum Met New York Museumschecker Björn im Met New York

Das Beste am Met - nicht nur dass die Ausstellungen weitreichend sind und fast alle menschlichen Hochkulturzeiten abdecken - es ist die ganze Woche über geöffnet und so gut wie umsonst! Als „recommended admission“, also Eintrittspreis, werden 25 Dollar für Erwachsene ausgeschrieben. „Recommended“ bedeutet allerdings „empfohlen“, das heißt nicht, dass man das auch bezahlen muss. Man kann mehr geben, aber auch auch weniger. Bis zu 1 Cent wäre möglich. Das ist allerdings etwas zu dreist. 1 Dollar sollte schon drin sein. Ein Audio Guide macht definitiv Sinn und kostet 7 Dollar. Bei 8 Dollar in der Summe zählt das Met zu den günstigsten Top-Attraktionen, die New York so zu bieten hat.

Ausstellungstsücke

Neben Ägyptischer, Griechischer, Römischer Kunst, der Renaissance, Afrikanischer und Arabischer Kunst bietet das Met in der nordwestlichen Ecke den „American Wing“. Rund um den „sculpture court“, ein Platz voller Skulpturen samt angrenzendem Café, befinden sich auf zwei Etagen verschiedene Galerien zu Inneneinrichtung und Kunst der US Geschichte.

Dinosaurier-Kralle

Als ehemaliger Amerikanistik Student der Universität Leipzig konnte ich mir ein Bild nicht entgehen lassen: Washington Crossing the Delaware.

Es ist Amerikas populärstes Gemälde.

Ein nationales Heiligtum. Jedes Kind kennt es. Es zeigt General Washingtons Überquerung des Flusses Delaware von Pennsylvania nach New Jersey während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in der Nacht des 25. Dezember 1776. Washington startete einen Überraschungsangriff auf die Hessen (deutsche Soldaten, die von den Briten angeheuert wurden). Ein wichtiger Wendepunkt im Unabhängigkeitskrieg.

Das Interessanteste daran aus meiner Sicht: Es stammt aus deutscher Hand. Fertiggestellt 1851 in Düsseldorf vom deutsch-US-amerikanischen Historienmaler Emanuel Leutze - von dem ich vorher ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Das 3,5 Meter hohe und 6,5 Meter breite Ölgemälde prangt übermächtig im Raum 760 umgeben von den ebenfalls eindrucksvollen und großflächigen Landschaftsbildern „Herz der Anden“ (Frederic Edward Church, 1859) und „Die Rocky Mountains“ (Albert Bierstadt, 1863).

Washington Crossing the Delaware im Met New York

Leutze, 1816 in Baden-Württemberg geboren, befand sich in meinem Alter (34), als er an dem Werk arbeitete. Seine persönlicher Lebenslauf und die Geschichte des Bildes verkörpern letztendlich auch die Historie der Vereinigten Staaten. Leutzes Familie wanderte 1825 in die USA aus. Von 1820 bis 1920 emigrierten insgesamt mehr als 7 Millionen Deutsche nach Amerika und bildeten die größte ethnische Gruppe innerhalb der Vereinigten Staaten.

Mit 25 Jahren kehrte der junge Maler vorübergehend zurück in seine alte Heimat um an der Düsseldorfer Kunstakademie zu studieren. Aus dieser Zeit stammt das ikonographische Bild. Das Originalbild befand sich in der Kunsthalle Bremen und wurde bei Luftangriffen 1942 zerstört. Das Gemälde im Met ist eine zweite Version, welche erstmals 1851 im Stuyvesant Institue in New York präsentiert wurde.

Das Leinwandbild war ein großer Erfolg sowohl in Deutschland, als auch den USA. Die Popularität begründete sich zum Einen am Thema, welches das Nationalbewußtsein Mitte des 19. Jahrhunderts stärkte, nicht nur in diesen beiden Ländern. Auch die schiere Größe und der monumentale goldene Rahmen verfehlten ihre Wirkung auf den Betrachter nicht.

Washington Crossing the Delaware im Met New York

Während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) trug es unter anderem zur Finanzierung der Nordstaaten-Truppen bei. Zur damaligen Zeit mangelte es an Heldenfiguren und kunstinteressierte Besucher waren bereit, Eintrittsgelder zu zahlen, um großflächige Leinwandbilder wie diese live zu sehen. Somit leistete dieses Bild über die Entstehung der neuen Nation auch in gewisser Weise seinen Beitrag zum Erhalt der Union.

Carlos Delgado, der zuständige Security Guard in Galerie 760, wies mich auf einige Besonderheiten im Gemälde hin. Die grüne Farbe der Eisschollen wäre unter realistischen Bedingungen gar nicht möglich gewesen, nur über Millionen Jahre gefrorenes Eis weist eine grüne Färbung auf. In dieser Gegend würde es außerdem nie so kalt werden, dass der Delaware gefriert. Schwarze Soldaten, die im Boot Washingtons rudern, wurden damals nicht eingesetzt. Eben so wenig, wie man Pferde mit solchen Ruderbooten hätte transportieren können. Diese und einige weitere historische Ungereimtheiten…

Carlos ist Herausgeber von www.swipemagazine.com, einer Website über Security Guards Art. Er erzählte weiter, dass 80-90% der Sicherheitswachen in Museen oft selbst Künstler sind (Musiker, Maler, Schauspieler, Autoren), die während ihres Studiums solch einen praktischen Dienst ableisten müssen.

Infos zum Museum

Eintritt:
Erwachsene 25 Dollar (empfohlen), Kinder umsonst.
Empfohlen bedeutet, man kann so viel/wenig bezahlen, wie man mag.

Adresse:
Metropolitan Museum of Art
1000 Fifth Ave at
82nd Street
New York, NY

Anfahrt:
Subway Linien 4/5/6 bis Haltestelle 86th St

Öffnungszeiten:
Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 17.30 Uhr,
Freitag und Samstag von 10 bis 21 Uhr

* Das Met ist das drittgrößte Museum weltweit hinter dem Louvre (Paris) und der Ermitage (Sankt Petersburg).