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Wissenswertes · Farbe

Die Farbe Blau

Blau verbinden wir sofort mit Himmel und Meer. Die Farbe wirkt ruhig, klar und verlässlich – kann aber auch kühl und distanziert erscheinen. Hier finden Sie Bedeutung, Beispiele und praktische Hinweise, wie Blau im Raum und in der Gestaltung wirkt.

Blau ist eine unserer beliebtesten Farben. Es steht für Treue, Harmonie und Klarheit, aber auch für Kälte und Langeweile. Blau gilt als Farbe des Geistes und zieht einem zu sich hin, während Rot einem entgegen kommt. Wir fahren ins Blaue, der Adel hat blaues Blut und betrunkene Menschen gelten als Blau. Wir kleiden uns in Blue-Jeans und fürchten uns vor blauen Briefen.

Eigenschaften, die man mit Blau verbindet

Positiv Entspannung · Ruhe · Ausgeglichenheit · Frieden · Gelassenheit · Friedfertigkeit · Sicherheit · Ferne · Harmonie · Klarheit · Treue
Negativ Langeweile · Lähmung · Naivität · Leere · Kälte

Blau – die Farbe des Gemüts

Blau gilt als Farbe des Gemüts. Sie wirkt beruhigend, führt zu einer eher nach innen gerichteten Wahrnehmung und kann Sehnsucht oder Ruhe vermitteln. Je nach Helligkeit und Sättigung wirkt Blau modern und klar – oder kühl und zurückhaltend.

Blau in Physik, Natur und Gesellschaft

Im sichtbaren Spektrum liegt Blau grob zwischen etwa 460 und 500 nm. In der subtraktiven Farbmischung (CMYK), die beim Druck relevant ist, entsteht Blau durch das Mischen von Cyan und Magenta.

In der Natur begegnet uns Blau besonders als Farbe von Himmel und Wasser. In der Gesellschaft hat Blau klare Signalwirkung: Blaulicht warnt im Verkehr, und Verkehrszeichen mit blauem Hintergrund stehen häufig für Gebote.

Blau in Religion und Symbolik

Im Judentum steht das Blau des Himmels in vielen Deutungen für Gott, Glauben und Offenbarung. In der christlichen Tradition ist Blau unter anderem als Farbe Marias bekannt.

„Blau machen“ – Herkunft einer Redewendung

Bevor das aus Indien stammende Indigo als Blauer Farbstoff seinen Durchbruch in Europa hatte, wurden die Textilien mit dem hier einheimischen, aber weniger intensiven Färberweid blau gefärbt.

Zur Herrstellung des blauen Farbstoffes wurden die Blätter des Färberweids zu sammen mit menschlichen Urin in Kübeln vergärt, dieser Prozess konnte durch die Zugabe von Alkohol verstärkt werden. Nun war der Alkohol aber viel zu teuer um Ihn so in die Sud zu kippen und die Färbergesellen mussten, ja auch Urin produzieren, also tranken sie den Alkohol. Vielleicht stammt der Ausdruck: "Deutsche Biere, gute Biere. Trinkst Du Dreie, schiffst Du Viere." ja aus dieser Zeit. Um die Stoffe nun blau zu färben, wurden diese meist sonntags für mindestens 12 Stunden in dieses Färbebad getaucht.

Die blaue Färbung wurde dann aber erst sichtbar, wenn die Textilien, nach dem Bad an der freien Luft getrocknet wurden. Und so hangen die Gesellen die Stoffe zu trocknen auf und legten sich daneben, um zu einem auf das Ergebnis zu warten und zweitens ihren Rausch aus zu schlafen. Die Färbergesellen waren also dabei "blau zu machen."

Später setzte sich dann das Indigo als Färbemittel durch. Dies wird heute noch für das Färben von Blue Jeans benutzt.

Blau in der Innenarchitektur

Blau wirkt im Raum häufig beruhigend und klärend. Je nach Ton kann Blau aber auch kühl oder distanziert erscheinen – deshalb lohnt es sich, Helligkeit, Licht und Materialwirkung mitzudenken.

  • Räume: Helle Blautöne eignen sich gut für Büros, Praxen und Ruhebereiche. Dunkle Blautöne wirken elegant, brauchen aber genügend Licht und Fläche.
  • Licht: Warmes Licht macht Blau weicher, kühles Licht betont die Klarheit – und kann Blau schnell „härter“ wirken lassen.
  • Material: Holz und Textilien nehmen Blau die Kälte, Metall/Glas verstärken die kühle Wirkung.
  • Dosierung: Als Akzent wirkt Blau sehr kontrolliert. Große Flächen sollten zum Raum und zur Nutzung passen.

In Kombination mit akustisch wirksamen Flächen unterstützt Blau einen ruhigen Gesamteindruck – besonders in Arbeits- und Wartebereichen.

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