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Wissenswertes · Farbe

Der Farbkreis

Grundordnung der Farben und ihre Beziehungen

Der Farbkreis dient zur Beschreibung und Einordnung von Farben. Er zeigt Farbverhältnisse, Kontraste und Mischungen anschaulich und bildet die Grundlage für Begriffe wie Primärfarben, warme und kalte Farben sowie Komplementärfarben.

Was ist ein Farbkreis?

Der Farbkreis ist ein Ordnungsmodell für Farben. Er stellt Farben nicht linear, sondern kreisförmig dar und macht dadurch ihre Beziehungen zueinander sichtbar. Farbton, Nähe, Gegensatz und Übergänge lassen sich so intuitiv erfassen.

Unabhängig vom verwendeten Farbsystem dient der Farbkreis als visuelles Hilfsmittel, um Farbharmonien, Kontraste und Mischungen zu verstehen.

Vom Lichtspektrum zum Farbkreis

Physikalisch lässt sich Farbe zunächst als Lichtspektrum beschreiben. Dieses Spektrum wird meist linear dargestellt – von ultravioletter Strahlung über den sichtbaren Bereich bis hin zur infraroten Strahlung.


Im Farbkreis schließt sich dieser lineare Verlauf zu einem Kreis: Die beiden physikalisch am weitesten entfernten Farben Rot und Violett werden benachbart angeordnet. Dadurch entsteht eine geschlossene Farbordnung, in der sich Farben zueinander in Beziehung setzen lassen.

Primärfarben im Farbkreis

In jedem Farbkreis gibt es Primärfarben. Sie bilden die Grundlage für alle weiteren Farben innerhalb des jeweiligen Modells.

In künstlerisch geprägten Farbkreisen – wie bei Goethe oder Itten – sind dies:

  • Gelb
  • Rot
  • Blau

Je nach zugrunde liegendem Farbsystem können sich diese Primärfarben unterscheiden. Entsprechend verändern sich auch alle abgeleiteten Farben.

Sekundärfarben

Sekundärfarben entstehen durch das Mischen zweier Primärfarben im gleichen Verhältnis.

In einem klassischen künstlerischen Farbkreis ergeben sich:

  • Orange (Gelb + Rot)
  • Violett (Rot + Blau)
  • Grün (Blau + Gelb)

Sekundärfarben liegen im Farbkreis zwischen ihren jeweiligen Primärfarben.

Tertiärfarben

Tertiärfarben entstehen durch die Mischung einer Primärfarbe mit einer benachbarten Sekundärfarbe oder durch ungleiche Mischverhältnisse der Primärfarben (zum Beispiel 1/3 zu 2/3).

Typische Tertiärfarben sind:

  • Gelb-Orange
  • Rot-Orange
  • Rot-Violett
  • Blau-Violett
  • Blau-Grün
  • Gelb-Grün

Sie bilden die feinen Übergänge zwischen den Hauptfarben.

Komplementärfarben

Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis direkt gegenüber. Sie stellen die jeweils größtmöglichen Gegensätze dar.

Typische Komplementärpaare sind:

  • Gelb – Violett
  • Rot – Grün
  • Blau – Orange

Werden Komplementärfarben zu gleichen Teilen gemischt, entsteht – sowohl bei additiver als auch bei subtraktiver Farbmischung – ein neutraler Grauton.

Komplementaerfarben im Farbkreis
Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber

Wirkung von Komplementärkontrasten

Werden Komplementärfarben nebeneinander eingesetzt, verstärken sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Dieser Effekt wird als Komplementärkontrast bezeichnet.

Ein bekanntes Beispiel: Rotes Fleisch wirkt auf grünem Salat deutlich röter als auf einem neutralen, weißen Teller. Der Kontrast entsteht nicht durch die Farbe selbst, sondern durch ihre Umgebung.

Komplementärkontraste werden gezielt eingesetzt, um Aufmerksamkeit, Spannung oder Klarheit zu erzeugen.

Der Farbkreis im Kontext moderner Farbsysteme

Der allgemeine Farbkreis bildet die konzeptionelle Grundlage vieler Farbsysteme, wird jedoch je nach System unterschiedlich interpretiert.

  • RGB-Farbkreis – additive Farbmischung (Lichtfarben)
  • CMYK-Farbkreis – subtraktive Farbmischung (Druckfarben)
  • NCS-Farbkreis – wahrnehmungsbasierte Ordnung nach Farbton

Jeder dieser Farbkreise folgt denselben Grundprinzipien, setzt jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

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