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Wissenswertes · Akustik

Raumakustik-Rechner – so funktioniert die Berechnung

Der Raumakustik-Rechner ermöglicht eine erste Einschätzung der Nachhallzeit eines Raums. Er basiert auf der Sabine-Formel und berücksichtigt Raummaße, Oberflächenmaterialien sowie Ausstattung und Nutzung.

Raumakustik-Rechner starten

Wie der Raumakustik-Rechner funktioniert

Der Rechner führt in vier Schritten durch die wichtigsten Einflussgrößen der Raumakustik.

Schritt 1 – Raummaße eingeben

Im ersten Schritt werden Länge, Breite und Höhe des Raums eingegeben. Aus diesen Angaben berechnet der Rechner automatisch:

  • Grundfläche
  • Raumvolumen
  • empfohlene Nachhallzeit nach DIN 18041.

Beispiel: Besprechungsraum 40 m²


Schritt 2 – Oberflächen definieren

Im zweiten Schritt werden die wichtigsten Oberflächen des Raums beschrieben:

  • Boden
  • Decke
  • Wände
  • Fenster und Türen

Zusätzlich können Teilflächen angegeben werden, wenn unterschiedliche Materialien vorhanden sind.

Schritt 3 – Ausstattung berücksichtigen

Im dritten Schritt wird die Ausstattung des Raums ergänzt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Möbel
  • Personen
  • vorhandene Akustikelemente

Diese Faktoren verändern die äquivalente Absorptionsfläche im Raum.

Schritt 4 – Ergebnis analysieren

Der Rechner stellt die Nachhallzeit für mehrere Frequenzbänder grafisch dar und vergleicht sie mit dem empfohlenen Sollbereich nach DIN 18041.

Zusätzlich lässt sich simulieren, wie sich weitere Akustikelemente auf die Raumakustik auswirken.

Hintergrund: Nachhallzeit und Sabine-Formel

Die Nachhallzeit beschreibt, wie lange ein Schallereignis in einem Raum nachklingt. Sie ist einer der wichtigsten Kennwerte der Raumakustik und beeinflusst maßgeblich die Sprachverständlichkeit sowie den akustischen Komfort. Je länger die Nachhallzeit ist, desto stärker wirkt ein Raum hallig und Gespräche werden schwerer verständlich. Für Räume mit überwiegender Sprachkommunikation werden häufig Nachhallzeiten zwischen etwa 0,6 und 0,8 Sekunden angestrebt.

Eine einfache Abschätzung der Nachhallzeit ist mit der Sabine-Formel möglich:

  • T = 0,163 × V / A
Dabei gilt:
  • V = Raumvolumen in m³
  • A = äquivalente Absorptionsfläche in m²
Die äquivalente Absorptionsfläche ergibt sich aus der Summe der einzelnen Flächen im Raum multipliziert mit ihrem frequenzabhängigen Absorptionsgrad (α).

Der Raumakustik-Rechner nutzt diese Berechnung, um eine erste Einschätzung der Nachhallzeit in mehreren Frequenzbändern zu ermöglichen.

Grenzen der vereinfachten Berechnung

Die Sabine-Formel basiert auf einem idealisierten Modell eines gleichmäßig diffusen Schallfelds. Das Ergebnis stellt daher eine vereinfachte Ersteinschätzung dar. Nicht berücksichtigt werden beispielsweise:

  • komplexe Raumgeometrien
  • gerichtete Schallfelder
  • detaillierte Raummoden
  • bauakustische Schallübertragungen
Für komplexe Planungsaufgaben oder normrelevante Nachweise empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Fachplaner für Raumakustik.

Raumakustik verbessern

Zeigt die Berechnung eine zu hohe Nachhallzeit, lässt sich die Raumakustik meist durch zusätzliche Absorptionsflächen verbessern. Je nach Raumkonzept kommen dafür unterschiedliche Akustikelemente infrage, zum Beispiel:

Akustikbilder in Farbrahmen
Deckensegel
Akustikstelen

Diese Elemente erhöhen die wirksame Absorptionsfläche im Raum und können dazu beitragen, die Nachhallzeit zu reduzieren und die Sprachverständlichkeit zu verbessern.

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