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Wissenswertes · Akustik

Nachhall und Nachhallzeit (RT60) – einfach erklärt

Nachhall beeinflusst Sprachverständlichkeit, Konzentration und Lautstärkeempfinden in Räumen maßgeblich. Dieser Artikel erklärt, wie Direktschall und Reflexionen entstehen, was Nachhallzeit bedeutet und warum sie für eine gute Raumakustik entscheidend ist.

Das Problem des Nachhalls tritt in nahezu allen unbehandelten Innenräumen auf. Um Nachhall und Nachhallzeit zu verstehen, lohnt sich ein Blick darauf, wie sich Schall im Raum ausbreitet.

Direktschall und indirekter Schall

Direktschall und indirekter Schall im Raum
Direktschall erreicht die Hörposition auf direktem Weg, indirekter Schall über Reflexionen an Wänden, Decke und Boden.



Schall gelangt auf unterschiedlichen Wegen von der Schallquelle zur Hörposition. Der Direktschall folgt dem kürzesten Weg entlang der Sichtlinie und trifft als erstes ein. Dieser Anteil ist für eine klare Wahrnehmung – etwa von Sprache – besonders wichtig.

Zusätzlich breitet sich Schall über viele indirekte Wege aus. Er wird an Wänden, Decke, Boden und Einrichtungsgegenständen reflektiert. Diese Schallanteile legen längere Wege zurück und treffen zeitlich verzögert an der Hörposition ein. Man bezeichnet sie als Nachhall.

Wie Nachhall entsteht

Da neue Töne bereits abgestrahlt werden, während Direktschall und Nachhall vorheriger Töne noch im Raum unterwegs sind, überlagern sich die Schallanteile. Der Direktschall verliert dadurch an Klarheit, Sprache wird schlechter verständlich und der Nachhall wird als störendes Grundrauschen oder sogar als Lärm empfunden.

Je länger der Schall im Raum reflektiert wird, desto stärker steigt der empfundene Geräuschpegel durch diesen Echoeffekt.

Nachhallzeit

Die Nachhallzeit beschreibt die Dauer, bis der Nachhall eines Schallereignisses vollständig abgeklungen ist.

Diagramm zur Nachhallzeit mit Direktschall, Reflexionen und Nachhall
Zeitlicher Verlauf von Direktschall, frühen Reflexionen und Nachhall.



Definition der Nachhallzeit

Die Nachhallzeit (in Sekunden) ist die Zeit, in der der Schallpegel in einem Raum nach dem Abschalten der Schallquelle um 60 dB absinkt – also auf ein Millionstel seines ursprünglichen Wertes.

Die Nachhallzeit hängt direkt von der Gesamtabsorptionsfläche im Raum ab. Je mehr schallabsorbierende Materialien vorhanden sind, desto kürzer ist die Nachhallzeit.

Wahrnehmung von Echos

Untersuchungen zeigen, dass der Mensch aufeinanderfolgende Schallereignisse, die mit einem zeitlichen Abstand von mehr als 50 Millisekunden eintreffen, als Einzeltöne wahrnimmt. Starke Reflexionen mit größeren Verzögerungen werden daher als Echo hörbar.

Die ideale Nachhallzeit hängt von Raumgröße und Nutzung ab. Für kleine und mittelgroße Räume beschreibt die DIN 18041 empfohlene Zielwerte.

Akustikbilder im Farbrahmen

Individuell und Schick gegen lange Nachhallzeiten.

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