NCS – das Natural Colour System
Das Natural Colour System (NCS) ist ein Farbsystem, das sich konsequent am menschlichen Farbsehen orientiert. Farben werden nicht technisch beschrieben, sondern so, wie wir sie tatsächlich wahrnehmen. Auf dieser Seite erhalten Sie eine kurze Einführung in das System und können NCS-Farben direkt auswählen.
Was ist das NCS-System?
Das NCS-System (Natural Colour System) ist ein wahrnehmungsbasiertes Farbsystem. Farben werden darin nach ihrem Anteil an Buntton, Helligkeit und Sättigung beschrieben und im Verhältnis zu den Grundfarben Gelb, Rot, Blau und Grün eingeordnet.
Das NCS-Farbsystem wurde zwischen 1937 und 1939 vom schwedischen Physiker Tryggve Johansson entwickelt. Grundlage ist die Gegenfarbentheorie von Ewald Hering, die beschreibt, wie unser Sehsystem Farben einordnet und unterscheidet.
Die Grundidee des NCS-Farbsystems
NCS basiert auf vier Grundfarben, die als psychologische Primärfarben verstanden werden:
- Gelb
- Rot
- Blau
- Grün
Diese Grundfarben sind im Farbkreis paarweise gegenüber angeordnet: Blau gegenüber Gelb sowie Rot gegenüber Grün. Alle gesättigten Farbtöne entstehen als Zwischentöne entlang des Kreisen zwischen diesen vier Farbpolen.
Buntheit im NCS-System
Entlang der horizontalen Achse nimmt die Buntheit der Farbe zu oder ab.
In Richtung der Neutralachse verlieren Rot- und Grüntöne an Intensität und nähern sich dem Grau an.
Weiter außen im Farbraum wirken die Farben gesättigter und kräftiger.
Der NCS-Farbraum
Der Farbkreis bildet die Grundfläche eines dreidimensionalen Doppelkegels. An der oberen Spitze befindet sich reines Weiß, an der unteren Spitze reines Schwarz. Die Mantelflächen zeigen alle Farbtöne, die durch Aufhellung mit Weiß oder Abdunkelung mit Schwarz entstehen.
Im Zentrum des Doppelkegels verläuft die Grauachse. Sie verbindet Weiß und Schwarz und enthält alle neutralen Grautöne. Schneidet man eine Ebene senkrecht zur Grauachse heraus, erhält man eine farbtongleiche Fläche mit unterschiedlichen Helligkeiten und Sättigungen.
Vergleich zweier Schnitte durch den NCS-Farbraum am Beispiel der Farbtöne Y60R und R50B.
Warum NCS für Gestaltung und Planung so beliebt ist
Viele Architekten, Innenarchitekten und Designer nutzen NCS, weil sich mit dem System Farbbeziehungen, Kontraste und Harmonien sehr gezielt bestimmen lassen. Farbtöne lassen sich logisch nachvollziehen und miteinander vergleichen – unabhängig von Material oder Anwendung.
Mit derzeit rund 2.050 Farbtönen ist die NCS-Palette deutlich umfangreicher als klassische RAL-Farbpaletten und eignet sich besonders für differenzierte Farbkonzepte.
Gerade bei Akustikbildern im Farbrahmen lassen sich solche Farbkonzepte gezielt umsetzen, indem Farben nicht nur visuell wirken, sondern gleichzeitig zur akustischen Qualität des Raumes beitragen.
