034298 493330
🖂
Zum Kontaktformular
Nach oben

Wissenswertes · Akustik

Nachhallzeit-Vergleich: Teppich vs. Parkett

Ein Bodenwechsel kann die Raumakustik drastisch verändern: Parkett reflektiert Schall deutlich stärker als Teppich. Anhand eines realen Büro-Beispiels zeigen wir, wie sich die Nachhallzeit im Sprachbereich verändert – und welche Absorberfläche nötig ist, um wieder gute Werte zu erreichen.

Nach dem Austausch des Fußbodens von Teppich auf Parkett stellten unsere Kunden fest, dass sich die Raumakustik im Büro deutlich verschlechtert hatte. Parkett wirkt hochwertig und ist pflegeleicht – akustisch führt die harte Oberfläche jedoch häufig zu einer deutlich höheren Nachhallzeit.

Im konkreten Fall hat sich die Nachhallzeit im relevanten Bereich mehr als verdoppelt.

Raumdaten (Beispielbüro)

  • Grundfläche: 35 m²
  • Volumen: 87,5 m³
  • Boden: Parkett (vorher Teppich)
  • Wände: teils Massivbau, teils Rigips, jeweils mit Wandfarbe
  • Decke: Beton
  • Öffnungen: 2 Fenster (ca. 9 m²), 1 Holztür
  • Einrichtung: 2 Sideboards, Tische und Stühle aus Holz
  • Nutzung: Büro für 4 Personen
  • Absorber (vorhanden/ergänzt): Akustikbilder und Deckensegel, gefüllt mit 7 cm Basotect

Für die Büronutzung ist besonders der Frequenzbereich der menschlichen Sprache relevant. Dieser liegt grob zwischen 300 und 3150 Hz.

Nachhallzeiten: Teppich vs. Parkett

Mit Hilfe der Sabineschen Formel wurde die Nachhallzeit des Büros für unterschiedliche Zustände berechnet (leer, mit Ausstattung/Personen sowie mit zusätzlicher Absorberfläche).

Nachhallzeit-Vergleich: Teppich vs. Parkett über Frequenzen
Nachhallzeit-Vergleich: Teppich vs. Parkett (inkl. Ausstattung/Personen und zusätzlicher Absorption).



Bei Parkett liegt die Nachhallzeit im leeren Büro bei 500 Hz bei etwa 2,64 s. Mit Möbeln und vier Personen reduziert sich dieser Wert auf 1,98 s.

Vorher mit Teppichboden lag die Nachhallzeit deutlich niedriger: leer bei etwa 0,90 s und mit Ausstattung/Personen bei 0,80 s. Diese akustische Qualität soll wieder erreicht werden.

Tabellarischer Vergleich (Auszug)

Zustand Parkett 500 Hz Parkett 1000 Hz Teppich 500 Hz Teppich 1000 Hz
leer 2,64 s 2,43 s 0,90 s 0,64 s
volle Ausstattung (inkl. 4 Personen) 1,98 s 1,68 s 0,80 s 0,57 s
+ 12 m² Absorber 0,74 s 0,70 s
+ 17 m² Absorber 0,59 s 0,56 s

Zielwert: maximal 0,8 Sekunden

Um den Nachhall bei 500 Hz wieder auf etwa 0,8 s zu senken, werden in diesem Beispiel rund 10,5 m² zusätzliche Absorberfläche benötigt. Damit auch bei 1000 Hz ein sehr guter Wert erreicht wird, sind etwa 12 m² Absorberfläche empfehlenswert.

In diesem Fall wurde mit Akustikbildern mit 7 cm Absorbertiefe (Absorberklasse 1) gearbeitet. Sinnvoll ist häufig eine Kombination aus Wandabsorbern (z. B. Akustikbildern) und Deckenabsorbern (Deckensegel), um die Fläche verteilt und wirksam im Raum zu platzieren.

Welche Nachhallzeit wird empfohlen?

Die DIN 18041 beschreibt Zielwerte für die Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen. Aus dem Diagramm lässt sich für ein Raumvolumen von 87,5 m³ und der hauptsächlichen Nutzung Sprache eine empfohlene Nachhallzeit von etwa 0,59 s ablesen.

Sollwert der Nachhallzeit nach DIN 18041 in Abhängigkeit vom Raumvolumen
Sollwert Tsoll der Nachhallzeit für unterschiedliche Nutzungsarten nach DIN 18041.



Diesen Wert erreicht das Beispielbüro mit einer zusätzlichen Absorberfläche von etwa 17 m². In der Praxis empfiehlt sich dafür meist eine Mischung aus Wandabsorbern und schallabsorbierenden Deckensegeln.

Akustikbilder im Farbrahmen

Verbessern Sie Ihre Akustik mit Akustikbildern.

Akustikbilder anfragen

Weiterführende Links