Akustik als Unterstützung beim Hören
Hören kann anstrengend sein – besonders für Menschen mit Hör- oder Sprachbeeinträchtigungen. Dieser Praxisbericht zeigt, wie reduzierte Nachhallzeiten in Therapieräumen die Verständigung erleichtern und Räume spürbar entlasten.
Für Menschen mit gesundem Gehör ist es nur gelegentlich schwierig, Gesprächen zu folgen. Für Menschen mit Hör- oder Sprachbeeinträchtigungen kann das Hören jedoch dauerhaft anstrengend werden.
Das bekannte Sprichwort „Wer nicht hören kann, der muss fühlen“ bekommt in akustisch ungünstigen Räumen eine sehr reale Bedeutung.
In belebten Cafés oder Restaurants ist es selbst für gut hörende Menschen mitunter herausfordernd, das Gesagte zu verstehen. Für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen ist eine solche Akustiksituation nicht nur unangenehm, sondern in geschlossenen Räumen schlicht nicht notwendig.
Nachhall als zusätzliche Belastung
Nachhall verstärkt Geräusche, überlagert Sprache und erschwert die Verständigung. Gerade in Räumen, in denen konzentriertes Zuhören und Sprechen im Mittelpunkt stehen, wirkt sich dies besonders stark aus.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Nachhall mit geeigneten Maßnahmen zu reduzieren oder deutlich zu verkürzen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von den räumlichen Gegebenheiten, dem gewünschten Aufwand, ästhetischen Anforderungen und nicht zuletzt von den finanziellen Rahmenbedingungen ab.
Praxisbeispiel: Therapieräume für Hör- und Sprachgeschädigte
Umso mehr freut es uns, dass wir die Therapieräume des Berufsbildungswerks Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte akustisch verbessern durften.
In diesen Räumen finden Gesprächskreise und Therapiesitzungen statt. Der vorhandene Nachhall erschwerte dort die Verständigung erheblich und wirkte für die Schülerinnen und Schüler zusätzlich belastend.
Die quadratischen Grundrisse der Räume führten zu ausgeprägten Resonanzen und Schallüberlagerungen, was die Planung der notwendigen Akustikmaßnahmen anspruchsvoll machte.
Vor Ort konnten wir mithilfe unserer Erfahrung, geeigneter Messinstrumente und wertvoller Hinweise aus der akustischen Planung eine praktikable und zugleich ruhige Lösung entwickeln.
Die eingesetzten Akustikbilder reduzieren den Nachhall deutlich und tragen dazu bei, dass Gespräche entspannter geführt werden können.
Akustische Entlastung und gestalterische Ruhe
Neben der akustischen Wirkung spielen auch gestalterische Aspekte eine Rolle. Die von den Mitarbeitenden selbst ausgewählten Motive sowie die Holzrahmen in heller Eiche – abgestimmt auf das vorhandene Mobiliar – sorgen für eine freundliche und ruhige Atmosphäre.
So entsteht ein Raum, der nicht nur besser klingt, sondern auch visuell entlastet und das Wohlbefinden der Menschen unterstützt, die sich dort täglich aufhalten.
