Linde
Linde ist ein sehr helles, feinporiges Laubholz mit hervorragender Bearbeitbarkeit. Aufgrund ihrer Weichheit wird sie traditionell für Bildhauerei, Schnitzarbeiten und im Musikinstrumentenbau eingesetzt.
Kurzsteckbrief
Linde im Detail
Lindenarten sind sommergrüne, also laubabwerfende Bäume. Je nach Art erreichen sie Wuchshöhen zwischen etwa 15 und 40 Metern.
Der Stammdurchmesser kann zwischen einem und bis zu 1,8 Metern betragen. Linden zählen zu den langlebigsten europäischen Laubbäumen und können ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen.
Das Kernholz der Linde ist hell und nicht vom Splintholz zu unterscheiden. Die Färbung reicht von weißlich bis gelblich und kann rötliche oder bräunliche Tönungen aufweisen. Vereinzelt treten grünliche Streifungen oder Flecken auf. Die Textur ist sehr fein und gleichmäßig.
Vorkommen
Lindebäume wachsen in weiten Teilen Europas. Häufig sind sie unter anderem im Erzgebirge, im Bayerischen Wald, in Niederösterreich sowie in der Schweiz anzutreffen.
Hauptverwendung und Bearbeitungsmöglichkeiten
Lindenholz lässt sich mit allen gängigen Werkzeugen sehr gut bearbeiten. Es ist gut schäl- und messerbar und eignet sich besonders für Bildhauerei, Schnitzarbeiten und Drechselarbeiten.
Die Oberflächenbehandlung ist grundsätzlich problemlos, kann jedoch beim Beizen und Lackieren vereinzelt Herausforderungen mit sich bringen.
Linde wird außerdem als Absperrfurnier oder Blindholz in der Möbelherstellung eingesetzt. Im Musikinstrumentenbau findet sie Verwendung beispielsweise für Harfen oder Klaviertasten.
Darüber hinaus wird Lindenholz für Spielwaren, Küchengeräte sowie traditionelle Holzarbeiten verwendet.
Die Linde und unser Gründungsstandort
Der Name unseres ersten Firmensitzes Leipzig ist eng mit der Linde verbunden. Früher standen entlang von Parthe, Elster und Pleiße zahlreiche Lindenbäume.
Der Name Leipzig leitet sich vom altsorbischen Wort Lipsk ab, was so viel wie „Ort bei den Linden“ bedeutet. Im Tschechischen trägt Leipzig bis heute den Namen Lipsko.
Auch einige Stadtteile Leipzigs weisen noch heute diese Herkunft im Namen, etwa Lindenau oder Lindenthal.
Die Linde im Volksgut
Die Linde nimmt auch im kulturellen Gedächtnis eine besondere Stellung ein. Bekannt ist insbesondere das Gedicht „Der Lindenbaum“ von Wilhelm Müller aus dem Jahr 1822, das 1827 von Franz Schubert vertont wurde.
Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum;
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.Wilhelm Müller (1794–1827)
