Baum vereinnahmt Zaun
An der Waldstraße 15 in Leipzig zeigt eine Ahornblättrige Platane eindrucksvoll, wie konsequent Natur wächst: Im Laufe der Jahre hat der Stamm einen Eisenzaun vollständig „verschluckt“. Ein kleines Naturdenkmal, das zum Hinsehen und Nachdenken anregt.
Einen Beweis dafür, dass die Natur immer einen Weg findet, kann man in Leipzig an der Waldstraße 15 entdecken. Hier hat eine Ahornblättrige Platane in ihrem Dickenwachstum den angrenzenden Eisenzaun vollständig eingeschlossen.
Aus diesem Grund – und wegen ihrer besonderen Größe – steht der Baum als Naturdenkmal unter Schutz. Die Gemeine oder Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica) gilt als vermutlich entstandene Kreuzung aus Morgenländischer und Amerikanischer Platane und soll etwa um 1650 in Spanien oder Südfrankreich entstanden sein.
Merkmale und Verbreitung
Platanen sind sommergrüne bis halbimmergrüne Bäume, die – je nach Art – eine Wuchshöhe von 25 bis 50 Metern erreichen können. Sie kommen hauptsächlich in den gemäßigten Klimazonen Nordamerikas, Asiens und Europas vor.
Die Bäume sind robust und als Straßenbäume sehr beliebt: Sie kommen vergleichsweise gut mit Autoabgasen und Stadtluft zurecht.
Das Holz der Ahornblättrigen Platane
Das Holz teilt sich in ein rötliches Kernholz und ein helles Splintholz. Es lässt sich gut bearbeiten, ist jedoch kaum witterungsfest und insgesamt wenig dauerhaft. Verwendet wird es vor allem im Innenausbau und als Brennholz.
Ein Naturdenkmal, das zum Nachdenken anregt
Dieses Schicksal bleibt der Leipziger Platane als Nutzholz erspart – sie steht unter Naturschutz. Als Naturdenkmal regt sie nicht nur zum Staunen an, sondern auch zum Nachdenken: über Wachstum, Zeit und darüber, wie konsequent Natur sich Raum zurückholt.
Übrigens: In Paris sollen Platanen einen großen Anteil des Stadtbaumbestands ausmachen – und Leipzig, auch als „Klein-Paris“ bekannt, hat mit dieser Platane ein ganz besonderes Exemplar.
