Lärm: Venedig verbietet Rollkoffern
Der Lärm von Rollkoffern mit harten Kunststoffrädern sorgt in Venedig seit Jahren für Diskussionen. Ein neuer Gesetzentwurf soll den Geräuschpegel auf historischen Pflasterwegen reduzieren.
Die Bewohner der italienischen Lagunenstadt Venedig haben genug vom Lärm rollender Koffer auf historischen Pflasterwegen. Insbesondere Rollkoffer mit harten Kunststoffrädern erzeugen auf dem alten Steinbelag eine hohe Geräuschbelastung.
Der Lärm wird von vielen Anwohnern als dauerhaft störend empfunden – vor allem in den engen Gassen und auf den zahlreichen Brücken der Stadt.
Gesetzentwurf mit Bußgeld bis zu 500 Euro
Jährlich besuchen rund 27 Millionen Touristen die Stadt Venedig. Nach dem Willen der städtischen Behörden sollen Besucher künftig ihre Koffer über Brücken und durch Gassen tragen, sofern diese keine leisen Gummirollen oder luftgefüllten Reifen besitzen.
Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht vor, dass Reisende mit lauten Rollkoffern mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro belegt werden können.
Ziel der Regelung ist es nicht nur, den Lärmpegel in der Stadt zu senken, sondern auch das empfindliche historische Pflaster vor Schäden zu schützen.
Lärm als urbanes Thema
Das Beispiel Venedig zeigt, dass Lärm nicht nur ein technisches oder akustisches Thema ist, sondern zunehmend auch städtische Lebensqualität, Kulturerhalt und Tourismus betrifft.
Alltagsgeräusche, die in modernen Städten kaum auffallen, können in historischen Umgebungen eine deutlich stärkere Wirkung entfalten.
