Bildformate – Mathematik im Atelier
Ob DIN-Papier, Fotoformate oder Bildschirm- und Kinoformate: Bildformate sind immer auch eine Frage von Proportionen. Wer ein Motiv passend zuschneiden, skalieren oder millimetergenau produzieren möchte, braucht ein Gefühl für Seitenverhältnisse – und manchmal auch etwas Mathematik.
Es gibt Bilder mit Format und Bildformate. Hier geht es um verschiedene Größen bzw. Abmessungen von Bildern – von DIN-Formaten über Fotoformate bis zu Bildschirm- und Kinoformaten. Welche Formate gibt es? Und was bedeutet das für die Gestaltung und Produktion von Bildern?
Papierformate: DIN A0, A1, A2, A3, A4 …
Das bekannteste System für Papierformate ist die DIN-A-Reihe. Grundlage ist DIN A0 mit einer Fläche von 1 m² und den Abmessungen 84,1 × 118,9 cm. Alle Formate der A-Reihe besitzen dasselbe Seitenverhältnis von 1 : √2 (≈ 1 : 1,414). Das ist praktisch: Halbiert man die längere Seite, bleibt das Seitenverhältnis erhalten. So entstehen A1, A2, A3 …
Das geläufige DIN A4 (210 × 297 mm) passt 16-mal in ein DIN-A0-Format. Häufige Plakatformate sind DIN A1 (594 × 841 mm) und DIN A2 (420 × 594 mm).
Neben der A-Reihe gibt es weitere Reihen: B, C und D. Typisch aus der Praxis: Ein DIN-A-Brief passt in einen DIN-C-Umschlag, dieser wiederum in einen DIN-B-Umschlag.
Viele grafische Entwürfe für Bilder orientieren sich an DIN-Formaten (z. B. A0, 2A0 oder 2A2 quer). Solche Arbeiten lassen sich millimetergenau umsetzen – vorausgesetzt, Seitenverhältnis und Endmaß sind sauber definiert.
Fotoformate
Viele Motive sind Fotografien. Hier richtet sich das Bildformat oft nach dem Ausgangsformat der Kamera.
- Kleinbild (klassisch 24 × 36 mm): Seitenverhältnis 2:3 (1:1,5) – lange Standardbasis der Fotografie.
- Mittelformat: z. B. 4,5 × 6 cm, 6 × 6 cm (1:1) oder 6 × 9 cm (2:3).
Moderne Digitalkameras gibt es in unterschiedlichen Sensorformaten, die oft Varianten bekannter Seitenverhältnisse abbilden. Für die Bildproduktion ist weniger die „Kameraklasse“ entscheidend als die Frage: Welches Seitenverhältnis hat das Motiv – und wie soll es später wirken?
Bildschirm- und Kinoformate
Im Bereich Bildschirm/TV hat sich 16:9 als dominantes Format etabliert. Typische Auflösungen sind:
- Full HD: 1920 × 1080 (16:9)
- 4K UHD: 3840 × 2160 (16:9)
- 8K UHD: 7680 × 4320 (16:9)
Im Kino und bei Projektionsformaten sind zusätzlich breitere Formate verbreitet, z. B. 1,85:1 oder 2,35:1 (breite Widescreen-Anmutung). Solche Proportionen wirken anders als 16:9 – sie sind „panoramischer“ und lassen Motive oft ruhiger und cineastischer erscheinen.
Warum das im Atelier zählt
In der Praxis tauchen Formatfragen ständig auf: Ein Motiv liegt im Verhältnis 3:2 vor, soll aber als 16:9 produziert werden. Oder ein Kunde wünscht eine feste Höhe, das Bild soll aber „proportional korrekt“ bleiben. Dann helfen einfache Regeln und – ja – manchmal auch ein kurzer Griff zur Mathematik.
Praxisbeispiel: DIN-A-Layout bei fester Breite
Ein häufiger Fall: Ein Layout liegt im DIN-A-Verhältnis (1:√2) vor, die Bildbreite soll aber fest sein – z. B. 80 cm. Dann ergibt sich die Höhe direkt über das Seitenverhältnis:
Höhe = Breite · √2
H = 80 cm · 1,4142 ≈ 113,1 cm
Hinweis: In der Praxis kann die resultierende Höhe etwas abweichen, wenn die 80 cm die Außenbreite inkl. Rahmen sind und die sichtbare Motivfläche innen kleiner ist (Falz/Überdeckung).
